§15§Das um 1900 durch Bernhard Seuffert gegründete Editionsvorhaben, das sich die historisch-kritische Edition des Wielandschen uvres (Werke, Übersetzungen und Briefwechsel) zum Ziel setzte, begann ab 1909 Bände in der Ersten Reihe (Werke) und Zweiten Reihe (Übersetzungen) zu veröffentlichen. Die Arbeit an der Ausgabe war während und nach den beiden Weltkriegen jeweils längere Zeit unterbrochen. In den 50er Jahren begann Hans-Werner Seiffert im Auftrag der Berliner Akademie der Wissenschaften mit der Bearbeitung des Wielandschen Briefwechsels. Der Erste Band konnte 1963 publiziert werden. Seit 1982 setzt Siegfried Scheibe mit seinen Mitarbeitern die Arbeit an der Wieland-Ausgabe erfolgreich fort. Es wurden neue editorische Grundlagen erarbeitet und erstmals vollständige Sammlungen des Materials angelegt. Diese Briefwechsel-Edition wird 19 Bände umfassen. Die noch ausstehenden Bände (15.2, 18.1 und 18.2) befinden sich bereits in Vorbereitung. Band 19 wird neben einem Gesamtregister für §15§ die Ausgabe auch Nachträge enthalten, darunter rund vierzig bisher unbekannte Briefe Wielands. Zuletzt erschienen: Elfter Band: Januar 1791-Juni 1793 Teil 2: Anmerkungen 2003. 819 S. - Leinen, 128,- ISBN 3-05-003703-2 Siebzehnter Band: Januar 1806-September 1809 Teil 2: Anmerkungen 2003. 591 S. - Leinen, 128,- ISBN 3-05-003771-7 §12§" Der sorgfältig redigierte und großzügig ausgestattete Bd. bringt die Ausgabe dem Abschluß einen wesentlichen Schritt näher." (Jürgen Jacobs in: Germanistik 3-4/2004) §01§Christoph Martin Wieland (1733-1813) stammte aus einer Pfarrersfamilie in Oberholzheim bei Biberach. Er studierte Philosophie in Erfurt, wo er 1769 auf den Lehrstuhl berufen wurde. 1772 wurde er Prinzenerzieher am Weimarer Hof. Er begründete den modernen deutschen Roman und übersetzte Shakespeare und Autoren der Antike. Der elegante, phantasievolle Aufklärer und pointierte Satiriker steht zu Unrecht im Schatten seiner Zeitgenossen Schiller und Goethe.
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